Freunde der Uni-Augenklinik sammeln Geld für Operationen

Der Verein „Freunde der Universitäts-Augenklinik Freiburg“ unterstützt unter anderem Kranke aus afrikanischen oder asiatischen Ländern, die sich sonst keine Behandlung leisten könnten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vereins liegt in der Unterstützung der Forschung. Die „Freunde der Universitäts-Augenklinik Freiburg“ bemühen sich seit 15 Jahren, überall da anzusetzen, wo die Augenklinik mit ihren 55 Ärztinnen und Ärzten, 150 weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und jährlich rund 77 000 Kranken an Grenzen stößt.

Vor mehr als 20 Jahren hatten die Klinken noch mehr Freiräume: Damals konnten in sogenannten „wissenschaftlichen Betten“ auch Menschen ohne Krankenversicherung kostenlos behandelt werden, doch diese Betten wurden inzwischen abgeschafft, erinnert sich Lutz Hansen. Er war Arzt und Professor an der Augenklinik, bevor er vor zehn Jahren in den Ruhestand ging. Und er war 2005 bei der Gründung der „Freunde der Universitäts-Augenklinik Freiburg“ dabei.

Besondere Sprechstunde für seltene Augenkrankheiten
Einer der größten Erfolge des Vereins ist für ihn die Etablierung einer besonderen Sprechstunde für seltene Augenkrankheiten: Weil solche Patienten meist nicht auf Anhieb behandelt werden könnten, werde sie nicht von den Krankenkassen finanziert. Doch sie sei sehr wichtig, betont Lutz Hansen: Nur durch eine kontinuierliche Beobachtung können Spezialisten, wie es sie an der Augenklinik gibt, neue Erkenntnisse sammeln.

Mittlerweile wurde die Finanzierung der Spezial-Sprechstunde von der Klinik übernommen. Mit solchen Anschüben für die Forschung versucht der Verein immer wieder, an Themen anzusetzen, die ansonsten untergehen würden: Denn weil die Forschungen stetig anspruchsvoller und die Regeln zum Schutz der Patienten immer strenger geworden seien, komme für die Millionenbeträge, die dafür nötig seien, fast nur noch die Pharmaindustrie als Geldgeberin in Frage. Das klappe dann gut, wenn es um Krankheiten gehe, die viele betreffen. Bei seltenen Erkrankungen aber werde es schwierig. Auch mit Preisen und Stipendien für Doktoranden oder die Finanzierung von Medikamenten in Studien kann der Verein neue Forschungswege anstoßen, die sonst keine Chance hätten.

Die Aktiven haben jeweils einen persönlichen Bezug zur Augenklinik
Als Lutz Hansen in den Ruhestand ging, stieg er im Vorstand des Vereins ein und ist nun stellvertretender Vorsitzender: Er will die Klinik weiter unterstützen.

Das wollen auch Friedhilde Winterhalter und Rainer Dünzen. Friedhilfe Winterhalter hat die längste Klinik-Geschichte der drei: Sie fing 1973 als Krankenschwester an. Sie hat sehr viel gesehen und erlebt, bis sie vor zehn Jahren in Rente ging, erzählt sie. Unter anderem hat sie nach der Geburt ihrer Tochter im Nachtdienst, später als Stationsleiterin in der Kinder- und dann in der Erwachsenenabteilung und in der Privatambulanz gearbeitet. Zuletzt war sie für die Voruntersuchungen der Operationen gegen den „Grauen Star“ zuständig. Das sei die häufigste Operation überhaupt, sagt Lutz Hansen, und dabei habe sich sehr viel getan: Früher mussten die Patienten eine Woche in der Klinik bleiben, jetzt verlaufe sie ambulant.

Im Vergleich zu Friedhilde Winterhalter hat Rainer Dünzen nur eine kurze Zeit an der Klinik verbracht: 1972 kam er als junger Assistent dazu, doch er blieb nicht lange, weil er 1980 eine Praxis in Bad Krozingen eröffnete. 2006 stieg er bei den Freunden der Uni-Augenklinik ein, 2016 hat er seine Praxis geschlossen und hat nun mehr Zeit für die Vorstandsarbeit, er ist der Vorsitzende.

Vor allem Spenden bringen die Arbeit voran: In den vergangenen 15 Jahren kamen 278 000 Euro zusammen, davon waren 236 000 Euro Spenden, 41 000 Euro Mitgliedsbeiträge und 1000 Euro Zinsen. Bisher hat der Verein 255 000 Euro ausgegeben, davon 126 000 Euro für die Behandlung von Patienten.

Quelle: Freunde der Uni-Augenklinik sammeln Geld für Operationen – Freiburg – Badische Zeitung (badische-zeitung.de)

Text: Anja Bochtler

Foto: Michael Bamberger